TACoS setzt eure Werbeausgaben ins Verhältnis zum gesamten Amazon-Umsatz eines definierten Bereichs. Die Kennzahl hilft, den Werbeaufwand einer Marke oder Produktgruppe einzuordnen. Sie misst weder den organischen Umsatz direkt noch die ursächliche Wirkung einzelner Kampagnen.

Formel und Datenbasis

TACoS = Werbeausgaben ÷ Gesamtumsatz × 100

500 € Werbung bei 10.000 € Gesamtumsatz ergeben 5 % TACoS. Legt fest, ob ihr Brutto- oder Nettoumsatz, bestellte oder ausgelieferte Ware und welche Marktplätze betrachtet. Dokumentiert auch, ob externe Werbung enthalten ist. Ohne diese Definition sind zwei Reports trotz gleicher Bezeichnung nicht vergleichbar.

Warum sinkender TACoS kein Wachstumsbeweis ist

TACoS-Trend gegen Umsatz, Beitrag und Bestand prüfen

Der Wert fällt, wenn der Umsatz schneller steigt als die Werbeausgaben oder wenn die Ausgaben stärker sinken als der Umsatz. Dafür kommen bessere organische Sichtbarkeit, Saison, Preiserhöhungen, ein veränderter Sortimentsmix oder schlicht eine Werbekürzung infrage. Der TACoS allein unterscheidet diese Ursachen nicht.

Auch „Gesamtumsatz minus Anzeigenumsatz“ ist nicht automatisch sauberer organischer Umsatz. Bestell- und Klickdatum, Attributionsfenster, zugeordnete weitere Produkte und Erstattungen können zwischen Berichten abweichen. Verwendet solche Differenzen nur mit abgeglichener Datenbasis und kennzeichnet ihre Grenzen.

Vier Fragen für die Diagnose

  1. Wächst der absolute Deckungsbeitrag nach Werbung oder nur der Umsatz?
  2. Entwickeln sich Marken- und generische Suchanfragen unterschiedlich?
  3. Waren Preis, Verfügbarkeit und Lieferzeit vergleichbar?
  4. Welcher Teil der Veränderung stammt aus anderen Produkten oder Marktplätzen?

Für die Suche liefert Search Query Performance zusätzliche Anhaltspunkte. Für Werbung betrachtet ihr ACoS, zugerechnete Bestellungen und die Kampagnenrolle separat.

So sieht ein brauchbarer Monatsreport aus

Zeigt je Produktgruppe Gesamtumsatz, Werbeausgaben, TACoS, Deckungsbeitrag nach Werbung und Tage ohne Bestand. Ergänzt eine kurze Erklärung für Preisaktionen und Sortimentsänderungen. Führt neue Produkte separat, damit deren Testbudget nicht mit der Wirtschaftlichkeit etablierter Bestseller verwechselt wird.

Ein Ziel-TACoS entsteht aus eurer gesamten Kostenstruktur. Universelle „gesunde“ Prozentbereiche würden diese Unterschiede verdecken. Entscheidend ist, ob die Marke mit ihrem Werbeanteil die geplanten Kosten und Ergebnisziele trägt.

Praxis: Ein besserer TACoS bei weniger Ergebnis

So setzt ihr es um:

  1. Zeigt TACoS und absoluten Beitrag nebeneinander.
  2. Klärt vor weiteren Kürzungen, ob Nachfrage, Preis, Bestand oder Werbereduktion den Umsatz verändert haben. Die Rechnung beweist keine einzelne Ursache.

Die Produktgruppe ist oft die bessere Ebene

Ein fallender Konto-TACoS kann dadurch entstehen, dass ein großer Bestseller wächst, während neue Produkte teuer und erfolglos bleiben. Trennt Kernsortiment, Launches und Abverkauf. Vergleicht je Gruppe Beitrag, generische Query-Präsenz und Verfügbarkeit über denselben Zeitraum. Das schafft einen Arbeitsauftrag: Kampagnenstruktur verbessern, Conversion beheben oder Budget auf lieferfähige Produkte verschieben. Wenn ihr euren Monatsreport auf diese Entscheidungen ausrichten wollt, zeigen wir euch im Gespräch die Analytics-Perspektive.