Amazon-Produkttitel dürfen seit dem 27. Juli 2026 in allen Kategorien außer Medien höchstens 75 Zeichen inklusive Leerzeichen umfassen. Für Item Highlights stehen zusätzlich 125 Zeichen zur Verfügung. Beide Felder sind durchsuchbar. Die Aufgabe für Marken ist deshalb größer als das Kürzen alter Titel: Produktidentität, Varianten und Kaufargumente müssen auf zwei Felder verteilt werden, ohne dass wichtige Informationen verloren gehen.
Was Amazon geändert hat
Die offizielle Ankündigung von Amazon Deutschland nennt die Grenzen und den Rollout. Zu lange Titel werden schrittweise durch KI-Empfehlungen aktualisiert; laut Ankündigung bleiben Angebote dabei aktiv. Markeninhaber erhalten für angekündigte KI-Änderungen ein Prüfzeitfenster von 14 Tagen. Kontrolliert daher nicht nur eure Uploads, sondern auch den Bereich für Angebotsänderungen.
Item Highlights sind ein eigenes Feld. Sie ersetzen weder die Bulletpoints noch strukturierte Produktattribute. Ein Titel mit 75 Zeichen plus ein Highlight mit 125 Zeichen ist auch kein Freibrief für eine 200 Zeichen lange Eingabe im Titelfeld.
Welche Information gehört wohin?
| Feld | Aufgabe | Prüffrage |
|---|---|---|
| Titel | Produkt eindeutig identifizierbar machen | Erkennt man Produkttyp, relevante Variante und Marke ohne Zusatztext? |
| Item Highlights | Kaufentscheidende Eigenschaften ergänzen | Welches belegbare Merkmal hilft beim Vergleich? |
| Attribute | Präzise Produktdaten pflegen | Stimmen Material, Maße, Menge und Kompatibilität mit der Ware überein? |
| Bulletpoints und A+ | Anwendung und Einwände erklären | Welche Frage bleibt vor dem Kauf offen? |
Die Reihenfolge im Titel folgt dem Produkt und den geltenden Kategorieanforderungen. Bei Ersatzteilen kann eine Modellnummer wichtiger sein als ein allgemeiner Nutzen. Bei Varianten darf die Kürzung nicht dazu führen, dass verschiedene Größen identisch wirken. Eine pauschale Ranking-Gewichtung einzelner Titelpositionen veröffentlicht Amazon nicht.
Praxis: ein Titel, der auch ohne Highlights verständlich ist
Das Beispiel spart weder durch unverständliche Abkürzungen noch durch Weglassen der Füllmenge. Es trennt Identifikation von Erklärung. Statt einer unbelegten Aussage wie „hält garantiert 24 Stunden kalt“ nennt es überprüfbare Eigenschaften. Bei einem anderen Produkt können Kompatibilität oder Stückzahl den Platz beanspruchen, den hier Material und Farbe nutzen.
Ein belastbarer Ablauf für größere Sortimente
- Katalog exportieren: Pro Child-ASIN Marktplatz, Produkttyp, aktuellen Titel, Highlight, Variante und führendes Quellsystem erfassen. Parent-Titel getrennt behandeln.
- Probleme priorisieren: Zuerst umsatzstarke ASINs und Titel mit verlorenen Modellnummern oder Mengenangaben. Nicht nur nach Überschreitung sortieren.
- Suchintention prüfen: Eigene Suchbegriffs- und Suchanfragedaten zeigen, welche Produktbegriffe Käufer tatsächlich verwenden. Relevanz geht vor Suchvolumen.
- Texte freigeben: Produktverantwortliche prüfen Aussagen und Varianten; das Marketing prüft Verständlichkeit. Zeichenzählung einschließlich Leerzeichen automatisieren.
- Kleine Gruppe ausrollen: Änderungen an einem überschaubaren Sortiment testen, Verarbeitungsberichte kontrollieren und die tatsächlich angezeigte Detailseite prüfen.
- Quellsystem synchronisieren: PIM, Feed, Übersetzungen und Seller Central müssen dieselbe freigegebene Fassung verwenden. Sonst überschreibt der nächste Import die Korrektur.
Nach der Umstellung richtig messen
Sichert vor dem Upload eine Vergleichsperiode mit Impressionen, Klicks, Bestellungen, Preis, Verfügbarkeit und Werbedruck. Vergleicht danach dieselben Suchanfragen und Varianten. Eine bessere Klickrate bei gleichzeitig verändertem Hauptbild lässt sich nicht sauber dem Titel zuschreiben. Ebenso kann eine Aktion einen Texttest überlagern.
Wo eure ASIN für Manage Your Experiments geeignet ist, nutzt einen kontrollierten Test. Bei einem einfachen Vorher-nachher-Vergleich dokumentiert ihr mindestens Preisaktionen, Lieferzeit und Kampagnenänderungen. Rollt einen vermeintlichen Gewinner erst breiter aus, wenn die Datenmenge und der Beobachtungszeitraum für eine Entscheidung reichen.
Der nächste Schritt für eure Listings
Die Titelumstellung ist ein guter Anlass für einen Katalogcheck: Welche Varianten sind unklar, welche Angaben widersprechen sich, welche Kaufargumente fehlen in den Bildern? Unser Bereich Listing & SEO verbindet Texte, Produktdaten und Content. In den Designbeispielen seht ihr, wie aus überprüfbaren Eigenschaften verständliche Kaufargumente werden.
Regelstand geprüft am 17. Oktober 2026. Quelle: Amazon Deutschland, oben verlinkte Titelankündigung.
Praxis: Der Feed darf die Titelkorrektur nicht zurückdrehen
So setzt ihr es um:
- Hinterlegt je Feld Quellsystem, Freigabeverantwortlichen und Datum.
- Kontrolliert nach dem nächsten regulären Import dieselben Test-ASINs erneut – einschließlich Child-Varianten und Übersetzungen.
Drei Varianten, ein Qualitätscheck
Ein Title-Template darf nicht die Unterschiede der Child-ASINs verschleiern. Nehmt je Produktfamilie eine häufig gekaufte, eine seltene und eine technisch abweichende Variante. Lest den Titel ohne Bild: Sind Menge, Größe, Modell und der kaufentscheidende Unterschied erkennbar? Danach lest ihr Titel und Item Highlight zusammen: Wiederholt das Highlight nur dieselben Wörter oder beantwortet es die nächste Frage?
Verbindet die Umstellung mit Kundenfragen und Content-Experimenten. Ein Titeltest sollte nicht gleichzeitig mit einem neuen Hauptbild und einer großen Preisaktion laufen, wenn ihr seine Wirkung verstehen wollt. Für die Katalogarbeit könnt ihr eine Produktfamilie im Gespräch mit uns durchgehen.






