Die Frage „Wie viele Einheiten brauchen wir?“ reicht für eine Bestellentscheidung nicht. Ihr müsst wissen, wann die Ware bezahlt wird, wann sie verkaufbar ist und wann die Verkaufserlöse verfügbar sind. Ein gut gefülltes Lager kann gleichzeitig eine angespannte Kasse bedeuten. Plant deshalb Bestand und Zahlungsfluss in demselben Kalender.
Ein SKU-Blatt mit fünf Datenreihen
Für jede wichtige Child-ASIN erfasst ihr wöchentlich: verkaufbare Einheiten bei Amazon und im eigenen Lager, geplante Verkäufe, bestätigte Liefertermine, verbindliche Zahlungen an Lieferanten und die erwarteten verfügbaren Auszahlungen. Trennt eingeplante von tatsächlich bestätigten Lieferungen. Bringt Werbebudget, FBA-/Lagergebühren, Rücksendungen und laufende Fixkosten in eine separate Zahlungsreihe. Die Amazon-Auszahlung ist nicht identisch mit dem Verkaufstag.
Berechnet die Lagerreichweite aus verkaufbaren Einheiten und einer nachvollziehbaren Nachfrageannahme. Einheiten auf See oder in Verarbeitung sind für den aktuellen Käufer nicht verfügbar. Plant bei Varianten getrennt: Eine blaue 750-ml-Flasche ersetzt nicht zwangsläufig die schwarze Bestseller-Variante.
Drei Zeitpunkte der Nachbestellung
Bestellauslösung: Wann muss der Einkauf spätestens ausgelöst werden, damit die Ware vor dem erwarteten kritischen Bestand eintrifft? Berücksichtigt Produktion, Transit, Empfang und Einlagerung. Ein Liefertermin am FBA-Tor ist noch kein garantiertes kaufbares Datum.
Zahlung: Welche Anzahlung und Schlusszahlung werden zu welchen Kalenderwochen fällig? Addiert Transport, Zoll und eventuelle Zwischenlagerung erst nach dem tatsächlichen Warenweg. Bei Importware hilft unsere Landed-Cost-Betrachtung.
Auszahlung: Welche Umsätze fallen wann an, und welcher Betrag steht nach Gebühren, Reserven und geltender Auszahlungslogik tatsächlich zur Verfügung? Trennt „erwartet“ von „abrufbar“. Eine Kreditlinie kann einen zeitlichen Engpass überbrücken, macht eine negative Stückökonomie aber nicht profitabel.
Die 13-Wochen-Sicht als Freigabe
Legt für die nächsten 13 Kalenderwochen Anfangsliquidität, erwartete Ein- und Auszahlungen sowie Endliquidität fest. Simuliert mindestens zwei Varianten: bestätigter Liefertermin und verspätete Lieferung mit längerer FBA-Einlagerung. Markiert die Woche mit dem geringsten Zahlungsmittelbestand. Dann entscheidet ihr, ob Einkauf, Werbung und andere Investitionen gleichzeitig finanzierbar sind. Die Planung ist ein Szenario, keine Zusage von Amazon oder Lieferanten.
Ein wöchentliches Meeting braucht nur vier Entscheidungen: Welche SKU droht auszugehen? Welche Lieferung ist tatsächlich bestätigt? Welche Zahlung wird vor dem Verkauf fällig? Welcher Betrag kann für neue Nachfrage ausgegeben werden? Wenn ihr die Reihe für Top-ASINs sauber führt, können Produktlaunch und PPC-Budget mit Beschaffung abgestimmt werden.
Wir verknüpfen FBA- und Bestandsmanagement mit Analytics. Besprecht eure kritischen SKUs und Liefertermine mit temoa.




