Amazon-Auszahlungen hängen nicht nur vom Abrechnungsrhythmus ab. Für die Liquiditätsplanung müsst ihr drei Zeitpunkte auseinanderhalten: die Freigabe von Verkaufserlösen, die Auslösung einer Auszahlung und den tatsächlichen Geldeingang bei der Bank. DD+7 betrifft den ersten dieser Schritte.

Was DD+7 bedeutet

DD steht für Delivery Date, also das Lieferdatum. Bei der lieferdatumbasierten Reserve bleiben Erlöse grundsätzlich bis sieben Tage nach Zustellung zurückgehalten. Die Frist beginnt nicht mit der Bestellung. Lange Lieferzeiten verlängern deshalb den Zeitraum zwischen Verkauf und verfügbarem Geld.

Amazon erläutert die Reserve und die Möglichkeit, verfügbares Guthaben anzufordern, in einer offiziellen Moderatorenantwort für EU-Verkäufer. Maßgeblich für eure Planung sind zusätzlich die im eigenen Zahlungskonto angezeigte Richtlinie, Einbehalte und Freigaben.

Freigabe ist noch kein Geldeingang

Ein Abrechnungszyklus kann regelmäßig laufen, während ein Teil der Erlöse noch nicht verfügbar ist. Auch eine manuell angeforderte Auszahlung greift nur auf verfügbares Guthaben zu. Kontoprüfungen, Erstattungen, offene Gebühren und Bankverarbeitung können den Betrag oder den Zeitpunkt beeinflussen. Plant deshalb nicht mit „sieben Tage nach Verkauf ist das Geld auf dem Bankkonto“.

Eine Vorschau mit drei getrennten Spalten

DD+7 als Zeitachse von Zustellung über Freigabe bis Bankeingang

Legt pro Woche erwartete Freigaben, voraussichtliche Auszahlungen und erwartete Bankeingänge an. Daneben stehen Lieferantenzahlungen, Fracht, Steuern, Werbung und laufende Kosten. So wird sichtbar, ob ein profitabler Monat trotzdem eine Zahlungslücke enthält.

Nutzt dafür die tatsächlichen Bestell- und Lieferdaten sowie den Zahlungsbericht. Wer nur den Gesamtumsatz um zwei Wochen verschiebt, übersieht unterschiedliche Lieferzeiten und Reserven. Prüft außerdem, welche Werbekosten tatsächlich über das Guthaben laufen und welche separat abgebucht werden.

Ein Rhythmus für wachsende Marken

Aktualisiert eine rollierende 13-Wochen-Vorschau wöchentlich. Für die nächsten zwei Wochen sollten bestätigte Termine Vorrang vor Umsatzhoffnungen haben. Simuliert bei großen Nachbestellungen eine längere Lieferzeit und eine spätere Auszahlung. Erst wenn der engste Liquiditätspunkt tragfähig bleibt, ist zusätzliches Werbebudget sinnvoll freigegeben.

Die Verbindung zur Bestandsplanung erklärt Inventar und Cashflow. Bei temoa verbinden wir FBA- und Bestandsmanagement mit Kampagnenentscheidungen, damit Nachfrage und Lieferfähigkeit zusammenpassen.

Regelstand geprüft am 17. Oktober 2026; kontospezifische Zahlungsanzeigen gehen einer pauschalen Planannahme vor.

Praxis: DD+7 auf einer Zeitachse abbilden

So setzt ihr es um:

  1. Plant Freigabe, Auszahlungsanforderung und Bankverarbeitung als getrennte Schritte.
  2. Gleicht die Vorschau mit dem tatsächlichen Zahlungskonto ab. Zusätzliche Einbehalte, Gebühren und Erstattungen dürfen nicht als bereits verfügbare Liquidität behandelt werden.

Eine Nachbestellung gegen den engsten Kontostand testen

Die entscheidende Zahl einer 13-Wochen-Vorschau ist nicht der Kassenbestand am Quartalsende, sondern der niedrigste verfügbare Betrag dazwischen. Legt Lieferantenanzahlungen, Fracht, Ads, Steuern und erwartete Bankeingänge wöchentlich übereinander. Verschiebt dann in einem zweiten Szenario Zustellungen und Freigaben um eine Woche; prüft, ob die Nachbestellung noch tragfähig ist.

Die Bestands- und Cashflow-Planung verbindet Reichweite, Lead Time und Kapital. Für eine kritische SKU können wir im Gespräch prüfen, welche Werbe- und Nachbestellentscheidung euer tatsächlicher Auszahlungskalender trägt.