Ein Amazon Storefront – der eigene Markenshop innerhalb von Amazon – gibt deiner Marke einen festen Ort, an dem Käufer dein gesamtes Sortiment, deine Geschichte und deine Welt erleben können. Für markenregistrierte Verkäufer ist er kostenlos und ein wichtiger Baustein für Markenaufbau und Funnel. Dieser Beitrag führt dich durch die Einrichtung deines ersten Stores.

Was ein Storefront ist

Der Storefront ist eine eigene, mehrseitige Markenpräsenz auf Amazon – vergleichbar mit einer kleinen Website innerhalb der Plattform, aber ohne Programmierkenntnisse erstellbar. Hier kannst du Produkte thematisch ordnen, Markeninhalte zeigen und Besucher gezielt führen. Anders als ein einzelnes Listing präsentiert der Store deine ganze Marke, nicht nur ein Produkt.

Die Voraussetzung: Brand Registry

Um einen Store anzulegen, brauchst du die Amazon Brand Registry, also eine eingetragene Marke. Ohne sie steht das Werkzeug nicht zur Verfügung. Wenn du noch nicht registriert bist, ist das der erste Schritt – er schaltet neben dem Store auch A+ Content, Sponsored Brands und Schutzwerkzeuge frei.

Der Aufbau Schritt für Schritt

Amazon stellt einen Store-Builder bereit, der mit vorgefertigten Bausteinen (Kacheln, Bildern, Produktrastern, Videos) arbeitet. Grob läuft es so:

  1. Struktur planen: Überlege vor dem Bauen, welche Seiten du brauchst – Startseite plus Unterseiten nach Kategorie, Anwendungsfall oder Zielgruppe.
  2. Startseite gestalten: Sie ist dein Schaufenster und Wegweiser zugleich. Hier gehört die stärkste Markenbotschaft hin, plus klare Wege in die Unterseiten.
  3. Kategorieseiten anlegen: Ordne Produkte so, wie Kunden denken und suchen.
  4. Inhalte einfügen: Bilder, Texte, Videos und Produktverknüpfungen, die Marke und Nutzen transportieren.
  5. Prüfen und veröffentlichen: Vorschau testen (auch mobil!) und zur Freigabe einreichen.

Auf den Funnel-Gedanken achten

Der häufigste Anfängerfehler ist, den Store als bloße Produktausstellung zu bauen. Besser ist der Funnel-Gedanke: Die Startseite leitet Besucher je nach Bedürfnis weiter, jede Seite hat eine klare Aufgabe und einen nächsten Schritt. Denk vom Besucher aus – wohin willst du ihn führen, und was hilft ihm bei der Entscheidung? Ein gut geführter Store verkauft, ein bloßes Schaufenster nicht.

Mobil zuerst denken

Ein großer Teil der Besucher kommt über das Smartphone. Überladene Seiten, kleine Schrift oder zu viele Elemente wirken mobil schnell unübersichtlich. Halte das Design klar, prüfe jede Seite in der mobilen Vorschau und stelle sicher, dass die wichtigsten Botschaften auch auf kleinem Bildschirm sofort wirken.

Traffic in den Store leiten

Ein fertiger Store nützt wenig ohne Besucher. Verknüpfe ihn mit deiner Werbung: Sponsored-Brands-Anzeigen können direkt in den Store oder passende Unterseiten führen. Auch externer Traffic (Social Media, Newsletter) lässt sich auf den Store lenken und über Amazon Attribution messen. So wird der Store zur zentralen Landefläche deiner Marke.

Messen und verbessern

Amazon bietet Store-Insights mit Besucherzahlen, Verweildauer, Verkäufen pro Seite und Traffic-Quellen. Nutze diese Daten, um zu sehen, welche Seiten funktionieren und wo Besucher abspringen. Ein Store ist kein einmaliges Projekt, sondern eine Fläche, die du fortlaufend optimierst.

Praxis: Den Store mit einem konkreten Kaufweg starten

So setzt ihr es um:

  1. Erstellt zuerst eine Seitenmatrix mit Zielgruppe, Sortiment und nächstem Klick.
  2. Testet jede Unterseite mobil und kontrolliert Produktverfügbarkeit. Leere oder unpassende Zielseiten sollten nicht mit zusätzlichem Werbebudget versorgt werden.

Ein Store-Briefing nach Kaufabsicht statt interner Abteilung

Für jeden Einstieg definiert ihr Suchsituation, Entscheidungshilfe, passende Produkte und die Zielseite der Anzeige. Beispiel Kaffeemarke: „milde Bohnen für Vollautomat“ verlangt eine andere Einstiegsseite als „Espresso für Siebträger“. Die interne Kategorie „Rösterei-Linie 2026“ hilft Käufern erst, wenn sie die Produkte bereits kennen. Eine Startseite soll deshalb die Wege sichtbar machen; eine Kategorie-Unterseite beantwortet den konkreten Kaufanlass.

Besuchsquelle Zielseite Entscheidungshilfe Messfrage
Sponsored Brands zu „Espresso Bohnen“ Espresso-Sortiment Röstgrad, Format, Geschmacksprofil Finden Besucher ein kaufbares Produkt?
Markenname auf Detailseite Store-Start Kategorien und Ergänzungen Wechseln Käufer zu weiteren Produkten?
Newsletter mit Aktion Angebotsseite gültige Aktion und Bestand Passt die Zielseite zur angekündigten Auswahl?

Amazon-Store: Traffic-Quelle, passende Zielseite und Kaufentscheidung

Der Aufbau ähnelt einer guten Brand-Store-Funnel-Strategie, der operative Unterschied liegt hier im Seitenbriefing und Test: Welche Kachel beantwortet welche Frage? Welches Produkt ist mobil nach einem Scroll sichtbar? Führt ein Klick zum richtigen Detailangebot mit Bestand und passendem Preis? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt sich mehr Traffic.

Messung: Nicht jede Seite mit jeder vergleichen

Die offiziellen Stores Insights zeigen Store- und Seitenleistung sowie Quellen. Für einige Konten stehen zusätzliche Bereichs-Insights als Beta bereit. Vergleicht deshalb Seiten nach ihrer Aufgabe und den Besuchsquellen: Eine Markenübersicht hat eine andere Rolle als eine Aktionsseite. Eine hohe Klickrate auf den Hero hilft wenig, wenn die nachfolgende Produktseite nicht verfügbar ist.

Nutzt nach Möglichkeit Source Tags für externe Links und prüft Amazon Attribution, wenn ihr Off-Amazon-Kanäle bewertet. Bei Store-Änderungen dokumentiert Datum, geänderte Module, Zielseite und Kampagne. Ein Seitenvergleich ohne diese Angaben verwechselt Layoutwirkung mit verändertem Traffic.

Für ein Sortiment mit mehreren Kaufwegen können wir Brand Store und Content gemeinsam mit der Anzeigenarchitektur planen. Bringt eine Store-Unterseite und die zugehörige Traffic-Quelle ins Gespräch; daraus lässt sich eine konkrete Optimierungsfrage formulieren.

Fazit

Ein Store funktioniert, wenn Kampagne, Einstiegsseite, Entscheidungsinhalt und Produktangebot zusammenpassen. Messt jede Seite an ihrer Aufgabe und verbessert zuerst die Wege mit relevantem Traffic und schwacher Produktinteraktion.

Programm und Voraussetzungen

Amazon Ads: Stores – maßgeblich sind die für euren Marktplatz und eure Kontorolle geltenden Bedingungen.